Mehr Transparenz in der Datenverarbeitung schaffen

30.10.2013

Mehr Transparenz in der Datenverarbeitung schaffen

Julia Hofmann für Abschlussarbeit zum zweckgebundenen Datenbrief ausgezeichnet

Wissen Sie, zu welchen Zwecken die TU Darmstadt Ihre personenbezogenen Daten elektronisch verarbeitet? Bald können Sie diese Information online abrufen, in einem Datenbrief innerhalb eines geschützten Webportals. Julia Hofmann, Mitarbeiterin des Hochschulrechenzentrums, hat diesen Datenbrief programmiert, als Abschluss ihrer Ausbildung zur Fachinformatikerin Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Das Forum der Informatiker und Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) zeichnete die 21-Jährige dafür mit dem 3. Platz des bundesweiten Studienpreises 2013 aus.

Julia Hofmann sorgt für mehr Transparenz in der Datenverarbeitung. Dafür wurde sie vom Forum der Informatiker und Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) ausgezeichnet.
Julia Hofmann sorgt für mehr Transparenz in der Datenverarbeitung. Dafür wurde sie vom Forum der Informatiker und Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) ausgezeichnet.

Heute werden in fast jedem Verwaltungsprozess personenbezogene Daten verarbeitet. Das Bundesdatenschutzgesetz schreibt daher fest, dass jeder Bürger das Recht hat, kostenlos zu erfahren, wozu seine Daten verarbeitet werden. An der TU Darmstadt ist das bislang recht aufwändig: Wer wissen will, welche Daten die TU Darmstadt wozu speichert, muss persönlich einen Antrag beim Hochschulrechenzentrum (HRZ) stellen. Das HRZ stellt dann eine persönliche Übersicht zusammen. Diese Übersicht muss persönlich abgeholt werden.

Bequem und vertraulich

Bald wird das einfacher. Dann verfügen alle, die an der TU Darmstadt studieren oder arbeiten über einen zweckgebundenen Datenbrief. Sie sehen also online, welche Daten die TU Darmstadt über sie speichert und wozu. Sie sehen, welche Daten zur Identifikation genutzt werden, etwa Name oder Geburtsdatum. Wer an der TU arbeitet, sieht, welche Dienstangaben gespeichert sind, darunter Personalnummer und Organisationseinheit. Wer an der TU studiert, sieht Angaben zum Studium, etwa seinen Studiengang. Auch die offizielle E-Mailadresse ist zu sehen, die man bei Beschäftigungsbeginn bzw. Studienbeginn erhält. Wer Fragen hat oder mit Angaben nicht einverstanden ist, kann sich per E-Mail an den HRZ-Service wenden. Geschützt ist der Datenbrief durch ein Login mit TU-ID und Passwort.

Studierende in den Schatten gestellt

Julia Hofmann hat den zweckgebundenen Datenbrief im Sommer 2013 als Abschluss ihrer Ausbildung zur Fachinformatikerin Fachrichtung Anwendungsentwicklung programmiert. Sie hat die Forderungen des Bundesdatenschutzgesetzes und der anstehenden Europäischen Datenschutz-Grundverordnung nach Vertraulichkeit, Transparenz, Zweckgebundenheit und Intervenierbarkeit umgesetzt. Mit Ihrem Ausbildungsprojekt stellt Julia Hofmann manche Bachelorarbeit in den Schatten. Das Forum der Informatiker und Informatikerinnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) zeichnete die 21-Jährige deshalb mit dem 3. Platz des bundesweiten Studienpreises 2013 aus. Der Preis wurde Ende am Samstag, 26. Oktober, bei der FIfF-Jahrestagung in Siegen überreicht.

Für Julia Hofmann war der Datenbrief Neuland. Sie musste sich in vieles einarbeiten. „Ich danke Julia Stoll für die tolle Begleitung während der gesamten Abschlussarbeit und Mathias Frohna für die Hilfe bei schwierigen technischen Fragen“, sagt sie und ergänzt: „Die Arbeit hat viel Spaß gemacht. Ich freue mich, weiterhin in der Abteilung Basisdienste des HRZ zu arbeiten“.

Im kommenden Jahr soll der zweckgebundene Datenbrief verfügbar sein. Dann können alle, die an der TU Darmstadt arbeiten oder studieren, mittels eines üblichen Internetbrowsers prüfen, welche Daten die TU Darmstadt über sie speichert und wozu.

zur Liste