Gemeinsam für die digitale Lehre
28.05.2026
Von der lokalen Lernplattform zur bundesweiten Community: Wie aus einer Initiative an der TU Darmstadt ein starkes Netzwerk für digitale Souveränität entstand.
Als die TU Darmstadt 2009 Moodle als zentrale Lernplattform einführte, war das System im deutschsprachigen Hochschulraum bereits bekannt – seine Rolle für die Hochschullehre entwickelte sich jedoch erst in den folgenden Jahren. Einen wichtigen Anteil daran hatte auch die Vernetzung engagierter Hochschulen. Einer der Treiber: Klaus Steitz, der im Hochschulrechenzentrum (HRZ) der TU Darmstadt für die E-Learning-Systeme verantwortlich ist.
Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Berlin und Ulm initiierte Steitz früh hochschulübergreifende Treffen für Moodle-Verantwortliche. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren.
Mit der wachsenden Bedeutung von Moodle als flexibel anpassbares Open-Source-Lernmanagementsystem entstand aus dem anfänglich informellen Austausch ein stabiles Netzwerk, das neben den eigenen Sessions auf den internationalen „MoodleMoot“-Konferenzen ab 2015 regelmäßige eigenständige Hochschultreffen veranstaltete und somit ein eigenes Forum für technische, organisatorische und strategische Fragen der Hochschulen bildete.
Stärkung der Zusammenarbeit
Mit der Zeit wurde klar, dass diese Zusammenarbeit eine stabile organisatorische Basis braucht. 2021 gründeten daher 29 deutsche Hochschulen – darunter die TU Darmstadt – den gemeinnützigen Verein „Moodle an Hochschulen“ mit Sitz in Berlin. Klaus Steitz gehört als Gründungsmitglied dem fünfköpfigen Vorstand an.
Der Verein will Synergien nutzen, den Austausch zwischen Hochschulen stärken und die Weiterentwicklung von Moodle unterstützen. Zugleich steht er für den Open-Source-Gedanken und für digitale Souveränität im Bildungsbereich.
Heute wird Moodle an mehr als 200 deutschen Hochschulen eingesetzt und steht über 1,7 Millionen Studierenden zur Verfügung. Besonders während der Corona-Pandemie zeigte sich seine Bedeutung: Lehrveranstaltungen, Kommunikation und Prüfungen konnten kurzfristig digital organisiert werden.
Netzwerk wächst weiter
Der Verein zählt inzwischen 71 Mitgliedshochschulen (Stand März 2026). Neben Vorstand und Beirat organisiert er Netzwerktreffen, Expertenpanels und Konferenzen; seit 2023 auch eine eigene Jahreskonferenz mit über 150 Teilnehmenden. Aktuelle Projekte sind ein gemeinsames Moodle-System zur koordinierten Weiterentwicklung sowie eine zentrale Wissensdatenbank.
Was als Austausch unter Wenigen begann, ist heute ein bundesweites Netzwerk, das Hochschulen verbindet und die digitale Lehre gemeinsam weiterentwickelt.